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Diffamierung und Desinformation der Medien – Lars Mährholz im Interview mit tagesschau.de

Ein Kommentar

Wulf Rohwedder bittet bei Lars Mährholz um ein Interview für tagesschau.de. Nach der Hetze im Online-Artikel der TAZ möchte man nun meinen, dass die Tagesschau sich mit dem Thema „Montagsdemos“  objektiv und vielleicht etwas professioneller auseinandersetzt, aber weit gefehlt. Das Schema der Gräuelpropaganda bleibt das Gleiche und die Gleichschaltung in unserer Medienlandschaft ist bemerkenswert. Ob Anonymous, Verschwörungstheorien, Antisemitismus oder die angeblichen Kontakte zur NPD, alle Medien reagieren mit den selben Schlagwörtern auf die Montagsdemonstrationen. Seht euch selbst an, wie Lars die Fragen der Tagesschau beantwortet und was Wulf Rohwedder daraus gemacht hat.

Lars Mährholz

Lars Mährholz

Lieber Herr Mährholz, 
für einen Artikel über die Mahnwachen auf tagesschau.de hätte ich die folgenden Fragen an Sie: 

Lieber Herr Rohwedder,

zunächst möchte ich mich bei Ihnen für die Chance bedanken, zu den Vorwürfen, mit denen ich mich als Initiator der Berliner Mahnwachen für den Frieden konfrontiert sehe, Stellung zu nehmen.

Sie verstehen sicherlich, dass mir als Nichtpolitiker und Parteiloser die rhetorische Gewandheit eines Menschen fehlt, der sich bereits seit Jahren auf der öffentlichen Bühne bewegt. Ich bin kein Redner, und ich beschäftige auch keinen Redenschreiber. Ich bin ein normaler Bürger, der auf die drohende Kriegsgefahr aufmerksam machen will. Ein Bürger, der glaubt, dass der Schulterschluss einer möglichst breiten Masse erforderlich ist, diese drohende Gefahr zu bannen. Ein Bürger, der aufklären will und sich auch selbst gern aufklären lässt, wenn er sich im Irrtum befindet. Ein Mensch mit Fehlern und Schwächen. Ein Hitzkopf, aber mit Reflektionspotenzial.
Kurz, ich bin der Typ von nebenan.

Ehrlich gesagt, hätte ich nie gedacht, dass die Mahnwachen für den Frieden einen solchen Zulauf bekommen würden. Sie können sich nicht vorstellen, was für ein Gefühl es ist, all die Menschen zu sehen, die unser gemeinsames Ziel zusammengeführt hat. Der Frieden. Denn darum geht es auf den Mahnwachen in der Hauptsache. Um den Frieden in Europa. In der Welt, Dieses gemeinsame Ziel eint uns. Und es kommen nicht nur Deutsche zu unseren Mahnwachen. Dort stehen sie Schulter an Schulter. Deutsche und Migranten. Christen, Juden, Muslime und Atheisten. Leute aus der Mittelschicht und Empfänger von Sozialleistungen. Sie versammeln sich. Sie reden miteinander. Sie lernen einander kennen.
Das ist Frieden im Kleinen.

Wie stehen sie zu der Facebook-Seite anonymous.kollektiv und den dort ausgerufenen „Guerilla-Krieg“ gegen die Deutschen Medien?

Weder meine Person, noch einer meiner Orgas noch die Mahnwachen für den Frieden stehen in irgendeiner Beziehung zu der Gruppe, die sich „Anonymous“ nennt. Es stimmt, dass auf dieser Facebook-Seite unsere Aktivitäten intensiv verfolgt, beworben und geradezu enthusiastisch kommentiert werden, was gelegentlich sogar darin gipfelt, dass Anonymous sich bezüglich der Teilnehmerzahlen nach oben „verschätzt“. Aber nichts davon geschieht auf meine Veranlassung oder die eines Mitorganisators hin. Es gibt keinerlei Absprachen zwischen uns. Darüber hinaus möchte ich mich an dieser Stelle ganz klar von solchen Aktivitäten dieser Gruppe wie den „Guerilla Krieg gegen die Deutschen Medien“ distanzieren. Dass wir im Zuge der Mahnwachen für den Frieden auch für eine freie Presse demonstrieren bedeutet nicht, dass wir den Medien feindlich gegenüber stehen, sondern nur, dass wir im Sinne des Rundfunkstaatsvertrages umfassend, unparteiisch und propagandafrei informiert werden wollen.

Wie stehen Sie zu dem Video vom anonymous.kollektiv „Anonymous – Nachricht an die deutsche Bevölkerung“(https://www.youtube.com/watch?v=Hpk7W2yjRMU)?

Hierzu kann ich nur wiederholen, was ich bereits zu Ihrer ersten Frage schrieb. Es gibt keinerlei Verbindungen zu Anonymous. Wir teilen weder die Taktiken noch das Gedankengut. Und wir distanzieren uns auch vom Inhalt dieses Videos.

Auf der Mahnwache am 7. April in Berlin versuchte ein Zwischenrufer die Veranstaltung zu stören, indem er forderte, dass wir auch solche Fragen wie „Friedensvertrag“ und „PERSONALausweis“ thematisieren sollten. Ich machte diesem Herrn schon damals klar, dass dies nicht die Themen unserer Mahnwachen sind und auch niemals sein werden.

Welche Vorwürfe machen Sie den deutschen Medien?

Herr Rohwedder, es existiert ein Rundfunkstaatsvertrag, der die öffentlich-rechtlichen Medien dazu verpflichtet, ihre Zuschauer / Zuhörer / Leser unparteiisch zu informieren. Gerade was die Ereignisse in der Ukraine betrifft, sind sie derzeit weit davon entfernt. So weit, dass die Aussagen von Völkerrechtsexperten unterschlagen werden, wenn sie nicht in das Propagandaschema passen. Soweit, dass man in Bezug auf den Brief des Herrn Putin vom 10. April 2014, in dem es um die Erdgaslieferungen an die Ukraine geht, den Zuschauer / Zuhörer / Leser schlicht und einfach belügt. Um das festzustellen und nachzuweisen muss man nur den Originalbrief übersetzen, was auf Facebook geschehen ist. Von Medien, die wir alle über den Beitragsservice finanzieren, erwarten wir, dass sie sich ohne wenn und aber strikt an die Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrages halten.

Sie sagen, dass die FED hinter allen Kriegen der letzten 100 Jahre steht. Welche Personen machen sie konkret verantwortlich, welche Konsequenzen fordern Sie?

Es geht in unserer Kritik nicht um die Bank an sich, denn die tut eigentlich nur dass, was Banken nun einmal tun. Sie verleiht Geld gegen Zinsen. Uns geht es um den Federal Reserve Act. Dieses Gesetz wurde in den USA 1913 erlassen. Es legte die Macht über den US-Dollar in die Hände eines Privatbankiers und hatte die Gründung der Federal Reserve Bank zur Folge. Wenn also die USA mehr Geld brauchen dann müssen sie, dank dieses obskuren Gesetzes, dieses Geld von der FED in Form eines Kredits samt Zinsen leihen.

Da die Stabilität des Dollars stark davon abhängig ist, dass weltweit das Erdöl gegen diese Währung gehandelt wird, wurde diese Praxis bereits mehrfach militärisch durchgesetzt. Siehe z.B. Irak und Libyen. Und wenn sich die USA der in ihrer Verfassung festgeschriebenen Schuldenobergrenze nähern, muss ein Ausweg her. Für genau diesen Ausweg hat die Verfassung der Vereinigten Staaten mit Artikel 1, Abschnitt 8 ein Hintertürchen offen gelassen: “Der Kongreß hat das Recht: Steuern, Zölle, Abgaben und Akzisen aufzuerlegen und einzuziehen, um für die Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen, für die Landesverteidigung und das allgemeine Wohl der Vereinigten Staaten zu sorgen; alle Zölle, Abgaben und Akzisen sind aber für das gesamte Gebiet der Vereinigten Staaten einheitlich festzusetzen; auf Rechnung der Vereinigten Staaten Kredit aufzunehmen;…”
Das bedeutet nichts anderes, als dass die USA im Kriegsfall Schulden in unbegrenzter Höhe aufnehmen darf. Und bei wem? Der FED natürlich. Selbstverständlich mit Zinsen.

Um es ganz klar zu sagen: Es interessiert mich nicht, wem die Bank gehört oder wer im Vorstand sitzt. Auch ist es völlig ohne Belang, welcher Nationalität oder Religion diese Menschen angehören. Ich bin weder Antisemit noch Holocaustleugner. Im Gegenteil, ich halte Letzteres für das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Alles, was ich sagen will, ist folgendes: Diese Menschen verdienen am Krieg und am Tod von anderen Menschen. Und darauf machen wir aufmerksam.

Welche Rolle spielt die Familie Rothschild für Sie?

Gar keine. Wie ich schon sagte, es geht nicht um Personen, nicht um Institutionen, nicht um Religion.

Wie wählen sie die Medien aus, auf die Sie als Informationsquelle verweisen?

Ich versuche mich auf möglichst vielfältige Art zu informieren. Über das Internet nutze ich Wikipedia, das JFK National Archive und ähnliches. Ich lese. Ich rede mit anderen Menschen, hole mir von ihnen Buchtipps oder Links. Ich sehe mir thematisch passende Fernsehsendungen und Videos an. Ich bin kein Politiker, ich bin kein Wissenschaftler. Ich lerne jeden Tag dazu. Und ich bin froh darüber.

Danke sehr, dass ich Stellung nehmen durfte.
Liebe Grüße

Lars Mährholz

Für eine schnelle Beantwortung wäre ich Ihnen dankbar.
Viele Grüße 

Wulf Rohwedder 
tagesschau.de
Hugh-Greene-Weg 1

22529 Hamburg
Telefon +49 40/ 4156-4190
Fax +49 40/ 4156-7419

Ken Jebsen

Ken Jebsen

UND DAS MACHEN SIE DARAUS! :)

Mahnwachen mit fragwürdigem Hintergrund

Für den Frieden, gegen die Fed

Sie nennen sich die Friedensbewegung 2014: Seit einigen Wochen versammeln sich insbesondere in Berlin Tausende Menschen zu “Montagsdemonstrationen” und “Mahnwachen” für Frieden in Europa und auf der Welt. Wer für Kriege verantwortlich ist, dazu haben die Veranstalter sehr spezielle Vorstellungen: die US-Notenbank und ihre “Erfüllungsgehilfen”.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Die Demonstrationen greifen neben dem Frieden weitere populäre Themen wie den Konflikt in der Ukraine, den Kampf gegen Gentechnik oder das Freihandelsabkommen mit der USA auf. Als offizieller Organisator gilt Lars Mährholz aus Berlin, der bisher politisch nicht in Erscheinung getreten ist. Nach eigenen Angaben hat er alle seine politischen Erkenntnisse in den letzten Wochen durch Selbststudium im Internet erlangt.

Seine Quintessenz lautet: Die “tödliche Politik der Federal Reserve Bank”, der Notenbank der USA, sei für alle Kriege der letzten hundert Jahre verantwortlich. Gebetsmühlenartig wiederholt er auf seinen diversen Webseiten sein Mantra: “IMMER wenn über die USA geredet wird denkt euch einfach die meinen die FED! Amerika bzw. das amerikanische Militär ist nur der Knüppel der FED!” (sic) Die Fed lasse ihre Interessen militärisch durch die USA durchsetzen und “verdiene am Krieg und am Tod von anderen Menschen”, zum Beispiel im Irak und Libyen, sagte Mährholz tagesschau.de.

Wirklich unpolitisch?

Immer wieder weisen Mährholz und seine Anhänger darauf hin, dass es sich um eine politisch nicht gebundene Bewegung handelt, die weder rechts noch links sei. Jeder solle sich seine eigene Meinung bilden. Die Empfehlungslinks auf seiner Internetseite gehen jedoch fast alle in bestimmte Richtungen: Neben der Pauschalverurteilung der Fed, die Mährholz als “private Bank” bezeichnet, sind dort unter anderem eine Parteinahme für Russland sowie gegen die USA und Europa, eine  pauschale Verdammung aller “Systemmedien” sowie die Leugnung der Existenz des deutschen Staates zu finden.

Zum Thema Ukraine-Konflikt wird meist unreflektiert die Meinung der russischen Staatsmedien wiedergegeben. Im Gegenzug senden diese wohlwollende Beiträge über Mährholz‘ Friedensbewegung. Zeitweise verlinkte Mährholz auf ein Video von Karl Richter, einem Mitarbeiter der sächsischen NPD-Landtagsfraktion. Darin wirft Richter Deutschland, der EU und den USA vor, aktiv mit “faschistischen Mörderbanden” in der Ukraine zu kooperieren. Inzwischen ist dieser Verweis verschwunden. In einer Video-Stellungnahme auf YouTube distanziert sich Mährholz jedoch ausdrücklich nicht von den Inhalten von Richters Rede.

Steile Thesen bei den Mahnwachen

Auch die Auswahl der Redner auf den “Montagsdemonstrationen” ist, vorsichtig gesagt, sehr speziell: So trat der vom RBB wegen antisemitischer Äußerungen gefeuerte Moderator Ken Jebsen dort auf, weiter der Unternehmer Andreas Popp, der eine “Kommissarische Reichsregierung” für Deutschland fordert. Andere Redner auf den Veranstaltungen verbreiteten die einschlägigen Verschwörungstheorien wie die Vergiftung der Bevölkerung durch “Chemtrails” und die Unterdrückung unerschöpflicher Energiequellen.

Andere Gruppen distanzieren sich deshalb inzwischen ausdrücklich von den Mahnwachen, so auch die Deutsche Friedensgesellschaft, die die traditionellen Ostermärsche veranstaltet, sowie Organisatoren der Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV. Mährholz, der sich gegenübertagesschau.de als “Hitzkopf, aber mit Reflektionspotenzial” bezeichnet, sind solche Verschwörungstheorien offenbar zum Teil selbst unangenehm: Entsprechende Wortmeldungen habe er auf der Berliner Mahnwache unterbunden, sagte er.

Friedensfreunde als Guerillakrieger

Inzwischen gibt es im Internet mehrere Kampagnen, die deutsche Medien dazu bringen sollen, über die Mahnwachen zu berichten. So wurde auf der Facebook-Seite anonymus.kollektiv, die sich massiv für die Montagsmahnwachen einsetzt, zum “digitalen Guerillakrieg” auf den Facebook-Seiten deutscher Sender, Zeitungen und Magazine aufgerufen. Andere Anonymous-Gruppen distanzieren sich von dieser Seite, die seit Anfang des Jahres nationalistische, homophobe, antifeministische und antisemitische Propaganda verbreitet – diese sei von interessierten Kreisen gekapert worden, heißt es. Nachprüfen lässt sich das jedoch nicht.

Tatsächlich wurden die Foren und Facebook-Seiten von ARD, Tagesschau und anderen Medien über Stunden mit Beleidigungen, Vorwürfen und Pamphleten bombardiert. Pauschal wurde ihnen Lüge, Manipulation, Zensur und Kriegshetze, vorgeworfen – eine inhaltliche Auseinandersetzung war so kaum noch möglich.

Distanz zu “anonymous.kollektiv”

Mährholz erklärt gegenüber tagesschau.de ausdrücklich, nicht in Verbindung mit der Gruppe zu stehen: “Es gibt keinerlei Absprachen zwischen uns. Darüber hinaus möchte ich mich an dieser Stelle ganz klar von solchen Aktivitäten dieser Gruppe wie den ‘Guerilla-Krieg gegen die deutschen Medien’ distanzieren”.

Die Medienkritik der Seite teilt er jedoch zumindest zum Teil: Gerade was die Ereignisse in der Ukraine betrifft, seien die öffentlich-rechtlichen Medien weit von einer unparteiischen Information entfernt: “So weit, dass die Aussagen von Völkerrechtsexperten unterschlagen werden, wenn sie nicht in das Propagandaschema passen.” Warum ausgerechnet die russischen Staatsmedien, auf die er verweist, unvoreingenommen und neutral über den Konflikt berichten sollen, erklärt er nicht.

http://www.tagesschau.de/inland/mahnwachen100.html

UND DAS SAGT HEIDI

Lieber Herr Rohwedder,

mit großem Interesse habe ich gestern Abend Ihren Artikel über die „Mahnwachen für den Frieden“ gelesen, in dem Sie über den Initiator dieser Veranstaltung, Herrn Lars Mährholz, und über all die Menschen berichteten, die sich da jeden Montag am Brandenburger Tor zusammenfinden, um, so man Ihnen glauben darf, dort antisemitische Hetzparolen vom Stapel zu lassen und in ihrem großen gemeinsamen Topf eine eklige braune Suppe zu kochen.

Was können wir Deutschen doch froh sein, dass es so intelligente und verantwortungsbewusste Menschen wie Sie, lieber Herr Rohwedder gibt, die uns darüber aufklären, dass Massenproteste gegen die kurzsichtige und bündnishörige Politik unserer Regierung in Osteuropa und die Kriegshetze gegen Russland in den Medien grundsätzlich antisemitisch, neonazistisch und ganz allgemein höchst verwerflich sind.

Ich habe die Stellungnahme gelesen, welche Herr Mährholz Ihnen gegenüber abgab. Und ich habe den Artikel gelesen, welchen Sie daraus zusammenpropagiert haben – und glauben Sie mir bitte, ich erkenne Propaganda, wenn sie mir auf eine solch aufdringliche, meine Intelligenz aufs Gröbste beleidigende Weise serviert wird.

Nur zur Klarstellung, ich bin weder antisemitisch noch in irgendeiner anderen Weise neonazistisch angehaucht. Ich halte den Holocaust für das schlimmste Verbrechen, das jemals begangen wurde. Ich habe keinerlei Vorurteile, denn für mich sind alle Menschen unabhängig von ihrer Ethnie, Religion, Nationalität oder Gesellschaftsschicht gleich. Wir sind alle Menschen, wir teilen uns alle diesen Planeten. Und wir alle tragen eine Verantwortung füreinander, von welcher ich leider in der aktuellen Politik nichts mehr wiederfinde.
Ich bin eine normale Frau aus dem Volk. Eine dreifache Mutter und Großmutter eines wunderbaren vierjährigen Mädchens. Ich stehe in meiner politischen Überzeugung links der Mitte. Und ich distanziere mich klar und unmissverständlich von nazistischem oder radikalem Gedankengut. Und gerade weil das so ist, fühle ich mich durch Ihren Artikel persönlich diffamiert, verleumdet und beleidigt. Das, was Sie mit uns Teilnehmern und Sympathisanten der Mahnwachen für den Frieden tun, nennt man Mobbing. Und es erfüllt einen Straftatbestand.

Übrigens schließe ich mich Herrn Mährholz an und distanziere mich klar von dem „Guerilla-Krieg“, den Anonymous gegen die deutschen Medien ausgerufen hat. Allerdings hat Ihr Vergeltungsschlag in diesem Fall den Falschen getroffen. Aber so reagieren unsere Massenmedien ja in letzter Zeit ständig. Statt sich mit dem wirklich Schuldigen anzulegen, wird einfach eine ordentliche Portion polemischen Nebels verbreitet und dann auf denjenigen losgegangen, der einem gerade am missliebigsten erscheint. Mir persönlich kommt Ihr Vorgehen mit Hinblick auf die derzeitigen Geschehnisse in der Ukraine und die dazugehörige Berichterstattung in unseren Medien geradezu beängstigend bekannt vor.

Lieber Herr Rohwedder, es ist nicht mehr so einfach, die Menschen über TV-Geräte und Zeitungen oder Zeitschriften zu manipulieren. Wir sind inzwischen miteinander vernetzt. Und wir beziehen unsere Informationen nicht mehr nur über Sie und Ihre Kollegen. Wir beziehen unsere Informationen über Menschen vor Ort, über Nachrichtenagenturen aus aller Welt. Wir sind nicht länger in den Schranken des Nicht-Wissens gefangen. Und wir alle wissen, dass propagandistisch gefärbte Berichte gefährlich sind und dass man Auslassungen getrost mit Lügen gleichsetzen kann. Sie belügen uns, Herr Rohwedder. Und dafür lassen Sie sich auch noch von uns über den Beitragsservice bezahlen.

Nun will ich Sie selbstverständlich nicht nur mit meinen Anschuldigungen konfrontieren, sondern ich möchte diese auch gern belegen. Darauf, wie Sie die Tatsachen und Fakten in Bezug auf Herrn Mährholz verdreht haben, brauche ich an dieser Stelle nicht näher einzugehen. Im Internet kursieren mittlerweile mehrere Posts, in denen der Inhalt des Mail-Interviews, welches er Ihnen gewährte, inklusive seiner Stellungnahme zu den Anschuldigungen, und Ihre Berichterstattung dazu einander gegenübergestellt werden.
Deshalb greife ich hier einen Punkt heraus, auf den Sie wohlweislich in Ihrem Artikel nicht eingegangen sind. Den Brief von Herrn Putin an die achtzehn Regierungsoberhäupter in Europa.

In den Mainstream-Medien, zu denen auch tagesschau.de gehört, wird dieser Brief einhellig als Drohung des Staatsoberhauptes der Russischen Föderation bezeichnet, die Erdgaslieferungen an die europäischen Länder einzustellen. Damit schüren Sie die Ängste der Bevölkerung und machen Stimmung gegen Russland. Zweiter positiver Nebeneffekt ist, dass man damit das Fracking in Deutschland als alternativlos hinstellt, was sich deshalb wieder positiv auf die Durchsetzung solcher Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA auswirkt.

In diesem Zusammenhang: Haben Sie die deutsche Bevölkerung eigentlich schon darüber informiert, dass man am 12. März diesen Jahres, also im Windschatten der Krim-Krise, einem kanadischen Unternehmen bereits den Persilschein fürs Fracking in Mecklenburg-Vorpommern ausgestellt hat? Nein? Wann gedenken Sie das tun zu wollen?

Aber zurück zu dem Brief des Herrn Putin. Aus irgendeinem Grund, über den ich hier natürlich überhaupt nicht spekulieren möchte, war es mir nicht möglich, auf einem unserer Nachrichtenportale eine deutsche Übersetzung des Briefes zu finden. Halt, das stimmt so nicht. Es war mir überhaupt nicht möglich, den Brief zu finden. Weder in deutsch, noch in russisch, englisch oder in einer anderen Sprache. Merkwürdig, nicht wahr? Aber zum Glück gibt es ja das Internet. Ich bat über Facebook um Hilfe. Und ich erhielt von einem in Russland arbeitenden Amerikaner? Engländer? einen Link zum Originalbrief auf der Website des Kremls. DAS nennt man internationale Zusammenarbeit im Dienste der Wahrheit.

Inzwischen wurde dieser Brief auch ins Deutsche übersetzt und im Internet verbreitet. Und was soll ich Ihnen sagen, lieber Herr Rohwedder? Keine Drohung bezüglich der Einstellung der Gaslieferungen! Nicht einmal der Ukraine wird der Hahn zugedreht! Gazprom verlangt lediglich, dass ZUKÜNFTIGE Lieferungen im Voraus bezahlt werden. Das ist eine Praxis, welche unsere eigenen Versorgungsunternehmen nicht einmal in Betracht ziehen würden!

Also warum wird dieser Brief so verzerrt in den Medien? Warum wird unsere Bevölkerung bewusst angelogen? Warum hat keines der achtzehn angeschriebenen Staatsoberhäupter diesen Brief des russischen Präsidenten beantwortet? Warum kam die Antwort aus den USA und war unterfüttert mit weiteren Sanktionsdrohungen?

Lieber Herr Rohwedder, ich werde Sie jetzt nicht in die unangenehme Lage bringen, auf diese Fragen eine ernsthafte Antwort (er)finden zu müssen. Da ich im Besitz eines funktionstüchtigen Gehirns bin, bin ich auf Ihren Input diesbezüglich auch nicht angewiesen, dem Himmel sei Dank. Und – auch wenn das für Sie und Ihre lieben Kollegen vermutlich sehr frustrierend sein mag – es erwachen immer mehr Menschen aus dem medienindizierten TV-Koma. Sie vernetzen sich. Sie organisieren sich. Sie gehen für ihre Interessen auf die Straße. Denn wenn sie sich nicht länger darauf verlassen können, dass ihre Regierungen die Dinge für sie in Ordnung bringen und in Ordnung halten, dann müssen sie es eben selbst tun.
Das ist es, was derzeit in Deutschland passiert. Das ist es, was derzeit in Europa passiert, auch wenn Sie und Ihre Kollegen sich noch so sehr bemühen, uns die Demonstrationen in den anderen Ländern vorzuenthalten und auch die Kundgebungen in Deutschland nicht zur Kenntnis zu nehmen. Die Demonstranten als Antisemiten zu beschimpfen und in die rechte Ecke zu drängen wird daran nichts ändern.

PS: Ich gratuliere Ihnen zu dem polemischen Meisterstück, in dem Sie in Ihrem Artikel darauf hinweisen, dass Herr Mährholz die Federal Reserve Bank eine „private Bank“ nennt. Nicht nur, dass es Ihnen gelungen ist, seine Stellungnahme, dass die Kritik sich gegen den Federal Reserve Act richtet, nicht zur Kenntnis zu nehmen, Sie haben es darüber hinaus tatsächlich geschafft anzudeuten, dass die FED ebendies nicht wäre. Bravo! Und das, ohne das Gegenteil zu behaupten und sich deshalb der Lüge bezichtigen lassen zu müssen. Ich bin beeindruckt!

PPS: An einen Mann Ihres Bildungsstandes ist dieser Hinweis sicherlich verschwendet, aber eines fiel mir bei der Lektüre Ihres E-Mail-Verkehrs mit Herrn Mährholz auf, das ich hier unbedingt noch anbringen muss: Auch nach der deutschen Rechtschreibreform wird die Anrede im schriftlichen Briefverkehr noch immer groß geschrieben.

Und damit verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Heidi Langer

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Autor: medialiberta

Unsere Zielgruppe ist und bleibt der Mensch. Wir berichten abseits des Mainstreams und decken Propaganda und Meinungsmache in den Massenmedien auf. Außerdem unterstützen wir sämtliche Aktionen, die dem Frieden auf der Welt dienen. Wir sind für mehr direkte Demokratie, für die Erhaltung der Menschenrechte und wir setzen uns für den Tier- und Umweltschutz ein. Wir sind keine Profis und tun das, weil wir ein Gewissen haben. Sollten wir mal mit irgendetwas falsch liegen, dann schreibt uns über die Kommentarfunktion, an. Irrtümer werden erst dann zu Fehlern, wenn man sich weigert, sie zu korrigieren.

Ein Kommentar zu “Diffamierung und Desinformation der Medien – Lars Mährholz im Interview mit tagesschau.de

  1. Hat dies auf Staatsfeind der Blog rebloggt.

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